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Hightech für die Zuckerrübe.

Lesedauer: 7 Minuten
Hightech für die Zuckerrübe.

Der Landmaschinenhersteller ROPA entwickelt und baut Maschinen für die Zuckerrübenernte. Mehr als 200 bewegliche Hightech-Komponenten garantieren den jahrelangen Betrieb unter härtesten Bedingungen. Ludwig Meister ist von Anfang an dabei. Seit 1992 wird die Produktion der Agrarkolosse mit präzisester Antriebstechnik aus Dachau versorgt.

 

Meter für Meter frisst sich der Tiger durch das Zuckerrübenfeld. Aber die Raubkatze hat keine Streifen – dafür sechs riesige Gummireifen, einen V8-Motor mit 16 Liter Hubraum, fast 600 PS und jede Menge Technik im Gepäck. Und der gelbe Gigant lebt auch nicht im indischen Urwald, sondern stammt aus einer Fabrikhalle im niederbayerischen Sittelsdorf. Dort baut ROPA – Firmengründer Hermann Paintner – seit 1972 Maschinen für die Zuckerrübenernte. Weltweit beschäftigt das Unternehmen über 350 Mitarbeiter – Tendenz steigend. Und regelmäßig zieht ein nagelneues Erntermodell auf den firmeneigenen Rübenhügeln seine Bahnen. „Die Region hier ist ein gutes Testgelände“, sagt Maximilian Englbrecht, Marketingleiter bei ROPA. „Innovation gehört zu ROPA wie die Rübe zum Zucker“, ergänzt er lächelnd. Zurzeit testen die Sittelsdorfer den Prototypen eines Elektrotigers.

 

„Die Zusammenarbeit reicht weit zurück. Wir sind praktisch von Anfang an dabei. Auch für mich persönlich ist ROPA ein sehr bedeutender Kunde.“

Manfred Kochseder, Abteilungsleiter Antriebstechnik 1 bei Ludwig Meister

 

Den innovativen Startschuss gab Firmengründer Hermann Paintner: Er baute seinen ersten Rübenvollernter schon im Alter von 25 Jahren. Trotz begrenzter Mittel setzte der junge Landwirt die Erntemaschine vorwiegend aus Metallschrott zusammen. Etliche Entwicklungsstufen später war die Gründung des eigenen Unternehmens nur noch eine logische Konsequenz. Heute ist ROPA einer der Weltmarktführer in Sachen Rübenerntetechnik. Die Sittelsdorfer Maschinen gelten dabei als die leistungsfähigsten ihrer Klasse. „Alle unsere Modelle basieren letztlich auf der Idee der ersten Maschine“, sagt Englbrecht. „Hinzugekommen sind immer hochwertigere Komponenten und jede Menge Antriebstechnik und Elektronik.“

 

Der euro-Tiger V8-4

Das aktuelle Firmenflaggschiff, der euro-Tiger V8-4, ist mit herkömmlichen Landmaschinen nicht mehr zu vergleichen. Was die ROPA-Maschinen deutlich von der Konkurrenz abhebt, sind hochwertigste technische Komponenten. Seit den Anfängen setzen die Niederbayern deshalb auf Qualität – geliefert aus Dachau. Ludwig Meister versorgt ROPA beispielsweise mit zahlreichen Komponenten für die Antriebstechnik der Erntegiganten: „Für den euro-Tiger liefern wir 215 Wälzlager. Zu jedem Zeitpunkt haben wir in Regensburg sämtliche Teile für ROPA vorrätig“, erklärt Manfred Kochseder, Abteilungsleiter Antriebstechnik 1 bei Ludwig Meister. Seit über 25 Jahren betreut er das Unternehmen.

 

„Langfristig liegt die Qualität unserer Maschinen in ihrem Werterhalt.“

Maximilian Englbrecht, Marketingleiter bei ROPA

 

Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann kennt die hohen Belastungen, denen die Bauteile in den riesigen Erntemaschinen standhalten müssen: „Erde, Steine, tiefe Temperaturen – das alles setzt den Lagern schon zu.“ Aber der ROPA-Tiger wurde zum arbeiten „geboren“. Die Erntesaison ist ohnehin sehr kurz: Nur von September bis etwa Mitte Dezember rollen die Rübenroder über die Felder. „Da bedeutet jeder Tag Stillstand ein echtes Problem“, erklärt Englbrecht. „Da ist vor allem hohe Qualität gefragt.“ Und diesen Anspruch teilt ROPA mit Ludwig Meister. „Wir verfügen aber zudem auch über das breite Sortiment, das von ROPA verlangt wird. Ob Rillenkugel-, Kegelrollen- oder Gehäuselager – wir können alles bieten, vom Kleinsten bis zum Größten“, erklärt Kochseder die langjährige Zusammenarbeit. Daneben zählt für die Maschinenentwickler von ROPA auch seine ständige Erreichbarkeit und der direkte Draht von Ludwig Meister zu den Herstellern.

 

Die Funktionsweise der Erntegiganten ist altbewährt: Das neueste Modell – der 15 Meter lange euro-Tiger V8-4 – kann bis zu neun Rübenreihen gleichzeitig roden. Sein Kernstück ist das Rodeaggregat. Damit werden die Rüben als erstes entblättert. Danach schneidet ein Messer den verbliebenen Blattansatz weg. Anschließend hebt eine Art Pflugschar die Rüben aus der Erde. Ein Schaufelrad fördert sie zum Schluss auf mehrere Reinigungswalzen. „Für all diese rotierenden Elemente liefern wir die Lager“, erklärt Kochseder. Nach der Reinigung landen die Rüben per Siebband im Bunker, wie der 30 Tonnen fassende Laderaum genannt wird. Von dort können die Feldfrüchte über ein ausklappbares Entladeband bei voller Fahrt auf Lastwagen verladen werden. Der gelbe Erntegigant schafft bis zu zwei Hektar pro Stunde. Das sind umgerechnet etwa 200 Tonnen Rüben, aus denen sich bis zu 40 Tonnen Zucker gewinnen lassen.

Hauptanbaugebiete der Zuckerrübe und Erntemengen 2010.

Weltweit liegt die Zuckerrübenproduktion im Nutzpflanzenranking auf Platz neun – noch vor Tomaten und Bananen. In Europa wird das Gewächs sogar nur noch vom Weizen übertroffen. Rund um den Globus werden jährlich 230 Millionen Tonnen Zuckerrüben geerntet. In einzelne euro-Tiger gefüllt, würde sich eine Kolonne bilden, die fast dreimal um die Erde reicht. Die Rübe dient nicht nur als Lieferant von süßem Zusatzstoff für Lebensmittel oder Kaffee, auch als Rohstoff für Biosprit ist die weiße Knolle gefragt. Denn Zuckerrüben sind sehr energiereiche Pflanzen.

 

Gerne erinnert sich Kochseder daran, als er in den ersten Jahren des Tigers einen entscheidenden Rat geben konnte: „In den Reinigungswalzen des Rodeaggregats steckten anfangs Pendelrollenlager mit einem Kunststoffkäfig“, erzählt er. Den ROPA-Konstrukteuren schlug er damals ein widerstandsfähigeres Lager vor, das den harten Einsatzbedingungen der Landmaschine besser gerecht wurde. „Ludwig Meister stand uns in all den Jahren auch immer mit Rat zur Seite“, bestätigt Firmengründer Paintner. „Oft haben wir gemeinsam nach Lösungen gesucht und unsere Maschinen so auch antriebstechnisch optimieren können.“

 

Für die ROPA Landmaschinen liefert Ludwig Meister mehr als 215 verschiedene Wälzlager. Einige davon werden von Hand in die Reinigungswalzen des Rodeaggregats eingebaut.

Und die Anforderungen sind vielfältig, denn: Zuckerrüben wachsen in einem breiten Band rund um den Globus. Von der spanischen Hitze bis zum russischen Frost – die Erntemaschinen müssen selbst bei Temperaturen von minus 20 Grad Celsius arbeiten können. Aber die Qualität aus Deutschland hält offenbar, was sie verspricht: Von den 275 Maschinen, die ROPA allein 2012 fertigte, gingen 60 Prozent ins Ausland. Die Hauptabnehmer sind Russland, Frankreich, die Ukraine und Polen. An jedem dieser Standorte hat ROPA ein Tochterunternehmen gegründet. Auch in Nordamerika fahren bereits mehrere Maschinen. Und sechs Tiger ernten seit 2011 in China.

ROPA bietet aber nicht nur Tiger als Vollerntemaschinen, unterstützt wird die Raubkatze von einer Maus. Die Reinigungs- und Lademaschine kommt dann zum Einsatz, wenn die Rüben nicht sofort auf Lastwagen überführt werden. Sie sammelt die geernteten Feldfrüchte von der Miete – dem riesigen Rübenhaufen am Ackerrand – und reinigt sie dabei gründlich. Am hinteren Ende werden die Feldfrüchte auf Lastwagen geladen – bis zu 560 Tonnen pro Stunde. Die Vorteile liegen auf der Hand: „Gereinigte Rüben sind deutlich wertvoller“, sagt Englbrecht. Tiger und Maus sind nur mit ausgefeilten Steuerungssystemen bedienbar: In beiden stecken dafür dutzende Sensoren und elektromagnetische Ventile, die von mehreren Rechnern überwacht werden.

 

Hinter den Produktionshallen in Sittelsdorf parken die fertigen Tiger und Mäuse. Und abgesehen von der millionenschweren Werkserweiterung um etwa 26.000 Quadratmeter, tüftelt ROPA auch an einem neuen Rübenvollernter. Das kleinere zweiachsige Modell hört auf den Namen euro-Panther und soll spätestens 2013 in Vorserie gehen. „Langfristig erkennt man die Qualität unserer Maschinen in ihrem Werterhalt“, sagt Englbrecht. Den garantiert ROPA durch die vollständige Fertigung am eigenen Standort – vom ersten Rahmenteil bis zur Endmontage. „Bei allen externen Komponenten können wir uns auf Qualitätsunternehmen wie Ludwig Meister verlassen“, sagt er.

 

Draußen auf dem Acker fährt der Elektrotiger die letzte Bahn. Und ein wenig scheint sich die Geschichte zu wiederholen: Denn ähnlich wie einst der erste Roder von Hermann Paintner die Agrartechnik revolutionierte, könnte das eines Tages auch der Zukunftstiger. „Der elektrische Fahrantrieb bietet gegenüber hydraulischen Lösungen Möglichkeiten, die man sich so gar nicht vorstellen kann“, sagt Englbrecht. „Innerhalb von Millisekunden macht er, was er machen soll – auf die Umdrehung oder den Newtonmeter genau.“ In etwa acht bis zehn Jahren erwartet ROPA die elektrische Revolution auch in der Agrartechnik. Mit ihrem Prototypen haben sie heute schon die Weichen auf Zukunft gestellt – und mit intensiver Unterstützung durch Ludwig Meister.

 

Bilder: ROPA Fahrzeug- und Maschinenbau GmbH, ropa-maschinenbau.de

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