Stangendichtungen werden zur Abdichtung von Kolbenstangen bei Hydraulikzylindern verwendet. Sie verhindern das Austreten von Hydraulikflüssigkeit aus dem Zylinderraum an der Stelle, wo die Kolbenstange in den Zylinder einfährt bzw. aus dem Zylinder ausfährt.
Als Stangendichtung werden hauptsächlich Nutringe mit verkürzter innerer Dichtlippe verwendet. Die innere Dichtlippe dichtet dynamisch durch Kontakt an der beweglichen Kolbenstange ab.
Über einen Festsitz des Nutringes am Außendurchmesser dichtet die äußere Dichtlippe statisch gegen den Zylinderkopf. Aufgrund ihrer Geometrie können Nutringe nur von einer Seite druckbelastet werden. Sie werden daher als einfach wirkende Dichtungen bezeichnet. Zudem erfüllen Nutringe ihre volle Dichtwirkung nur bei Druckbeaufschlagung, da die Hydraulikflüssigkeit die Dichtlippen gegen die Dichtflächen presst.
Ist eine dauernde Dichtwirkung ohne Systemdruck nötig, müssen Kompaktdichtungen verwendet werden. Kompaktdichtungen bestehen aus einem Dichtelement – meist einer PTFE-Dichtung wegen ihrer guten Selbstschmiereigenschaft – und einem zusätzlich eingebauten O-Ring, der das Dichtelement vorspannt und so einen ständigen Anpressdruck gewährleistet.
