Foto: K5 - Future Retail
China – ein Land, das Dynamik und Innovation in nahezu jeder Facette seines Handels verkörpert. Dies wurde Max Meister bei seiner Teilnahme an der K5 Future Retail Expedition in den letzten Wochen mehr als deutlich.
Die Reise durch Peking, Hangzhou und Shanghai bot nicht nur einen Einblick in die unglaubliche Geschwindigkeit, mit der sich der chinesische Markt verändert, sondern auch wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft des Handels in Deutschland.
„Ich bin gerade mit der K5 - Future Retail Expedition unterwegs zwischen Peking, Hangzhou und Shanghai. Da habe ich realisiert, dass dem Problem der schrumpfenden Bevölkerung hier schon stark begegnet wird. Ein Beispiel: Hausroboter, die Essen im Hotel verteilen.“

Demografische Herausforderungen und technologische Antworten
Eine der ersten Beobachtungen von Max Meister betraf Chinas schrumpfende Bevölkerung, ein Problem, dem das Land bereits mit beeindruckender Kreativität begegnet. Automatisierung ist das Schlüsselwort – von Robotern, die in Hotels Essen verteilen, bis hin zu Logistikzentren, die mit minimalem menschlichem Eingriff betrieben werden. Für Ludwig Meister bringt das die Frage auf: Wie können wir unsere demografischen Herausforderungen ähnlich innovativ angehen? Die Antwort könnte in einer Agenda 2038 liegen, die Automatisierung, Wissensbewahrung und die Förderung der Arbeitszufriedenheit kombiniert.
„Bei uns gehen die nächsten 14 Jahre ca. 30% unserer Belegschaft in Rente. Jetzt sind es unsere Aufgaben: Wissen bewahren, automatisieren, was geht, und dafür sorgen, dass alle möglichst lange gut mitarbeiten können. Wir brauchen wohl eine Agenda 2038!“

Logistik neu gedacht: Ein Besuch bei JD
Ein Highlight der Reise war der Besuch im JD-Logistikzentrum in Peking. JD, oft als das „Amazon von China“ bezeichnet, hat sich früh auf Digitalisierung und Same-Day-Delivery spezialisiert. Besonders beeindruckend: Das Unternehmen agiert komplett inhouse – von der Lagerhaltung bis zur Lieferung. Während JD auf bewährte Technologien setzt, zeigt es auch Flexibilität, wie etwa durch die Einführung von Community Group Buying während der Pandemie. Diese Strategien bieten inspirierende Ansätze für die Optimierung von Lieferketten, auch hierzulande.
„Das Zentrum bringt jeden Tag über 100.000 Pakete auf den Weg. JD hat früh auf Digitalisierung gesetzt und ist heute führend in Same-Day-Delivery.“
HEMA: Der Einzelhandel der Zukunft
Bei einem Besuch in den HEMA-Läden wurde deutlich, wie nahtlos Online- und Offline-Handel in China verknüpft sind. Mit einem Store-Plus-Warehouse-Modell, das Filialen gleichzeitig als Mini-Lager und Fulfillment-Center nutzt, gelingt HEMA die Lieferung frischer Lebensmittel innerhalb von nur 30 Minuten. Das zeigt, wie innovative Logistikprozesse die Kundenzufriedenheit steigern können. Für Ludwig Meister ist dies eine Anregung, wie auch wir unsere Prozesse effizienter gestalten und auf die Bedürfnisse unserer Kunden zuschneiden können.
„HEMA zeigt eindrucksvoll, wie der Einzelhandel der Zukunft aussehen könnte: superschnelle Lieferungen, smarte Logistik und ein nahtloses Einkaufserlebnis – sowohl online als auch im Laden.“
Social Shopping und Live Commerce: Der neue Standard?
Ein Besuch auf einer Teefarm bei Hangzhou brachte Max Meister hautnah mit dem Phänomen des Live Commerce in Kontakt. Über Plattformen wie Taobao streamen Produzenten ihre Produkte direkt zu den Konsumenten. Wen Juan, eine Teefarmerin, erzielt durch diese Methode Umsätze von bis zu 50.000 RMB pro Woche – eine beeindruckende Zahl. Für deutsche Unternehmen wie Ludwig Meister könnte dies ein Blick in die Zukunft des Marketings sein: interaktive, direkte und vor allem vertrauensbildende Kanäle.
„Wen Juan streamt direkt von ihrer kleinen Teefarm und schafft es, mit Live Commerce Umsätze von bis zu 50.000 RMB pro Woche zu generieren – das hätte ihr kleiner Laden nie geschafft.“

Pragmatismus und Geschwindigkeit: Was wir von China lernen können
Eine zentrale Erkenntnis der Expedition war der pragmatische Ansatz der Chinesen. Statt Perfektion wird oft zuerst Funktionalität angestrebt – mit beeindruckenden Ergebnissen. Projekte werden getestet, optimiert und im Zweifel verworfen, doch die Geschwindigkeit bleibt unvergleichlich. Für Ludwig Meister bedeutet das: Mut zu schnellen Entscheidungen und die Bereitschaft, neue Technologien und Ansätze auszuprobieren.
„Hut ab für die schnell und pragmatisch umgesetzten Projekte und Prozesse. Solche 75%-Lösungen werden irgendwann auf die Füße fallen, aber der Mut zur Geschwindigkeit beeindruckt.“
Inspiration für den deutschen Markt?!
Die K5 China Expedition war eine Reise in die Zukunft des Handels, die für Ludwig Meister zahlreiche neue Impulse gebracht hat. Ob Automatisierung, innovative Logistiklösungen oder die Integration von Social Commerce – die Möglichkeiten sind vielfältig. Der Schlüssel liegt darin, die richtigen Elemente zu adaptieren und mutig voranzuschreiten.
„In China setzt man massiv auf Logistik-Innovationen und bleibt extrem nah am Kunden. Das sind echte Vorreiter für ultraschnelle Bestellungen und bequeme Prozesse.“
Hinter dem Link finden Sie ein Video zur China Expedition