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Fräsen

Fräsen ist ein Zerspanungsverfahren, bei dem die rotierende Hauptbewegung vom Werkzeug ausgeführt wird.
Wo beim Bohren nur eine Bearbeitungsrichtung möglich ist, kann beim Fräsen, abhängig der Fräser-Ausführung (Umfangsfräser oder Stirnfräser) in zwei bzw. in drei Dimensionen Werkstoff abgetragen werden.

Das Fräsen ist gekennzeichnet durch eine diskontinuierliche Spanabnahme. Im Gegensatz zum Drehen, befinden sich die Schneiden also nicht ständig im Schnitt, sondern tauchen pro Umdrehung immer neu in den Werkstoff ein. Dies setzt eine hohe Zähigkeit bei schlagartiger Belastung und eine Unempfindlichkeit gegen extreme Temperaturschwankungen der Schneidstoffe voraus.

Auch in der Frästechnik ist die Wendeschneidplatten-Technologie weit verbreitet. Auf Trägerwerkzeugen werden die Schneidplatten aus Hartmetall, Keramik oder Diamant angeschraubt oder geklemmt.

Vollfräser, also Werkzeuge, die selbst die spanabhebenden Schneiden tragen, sind in der Frästechnik ebenso noch weit verbreitet. Sie können entweder aus Schnellarbeitsstahl (HSS), Pulvermetall oder aus Hartmetall gefertigt sein.

Um den hohen Anforderungen – die hohe Leistungsfähigkeit und außerordentliche Präzision heutiger Zerspanungsprozesse - gerecht zu werden, können diese Werkzeuge nachgeschliffen und neu beschichtet werden. Durch das fachgerechte Original-Nachschleifen und –Beschichten erhöht sich die Lebensdauer dieser Werkzeuge erheblich.

Bearbeitungsaufgaben

Eckfräsen

Fräser mit einem Einstellwinkel von 90 ͦ  sind die gängigsten Fräser-Typen. Sie sind extrem vielseitig und erlauben die Herstellung einer Schulter mit echtem 90 ͦ -Winkel. Dabei werden zwei Werkstück-Flächen gleichzeitig bearbeitet.
Das Eckfräsen kann mit herkömmlichen Eckfräsern durchgeführt werden. Aber auch mit Schaft-, Walzenstirn- und Scheibenfräsern lassen sich Kanten mit 90 ͦ -Winkel herstellen. Die große Anzahl an Möglichkeiten gewährleistet eine auf die anwendungsspezifischen Anforderungen optimale Werkzeugauswahl.

Planfräsen

Das Planfräsen ist die gängigste Fräsbearbeitung. Plane Flächen werden dabei überfräst. Dies kann mit einer Vielzahl unterschiedlicher Werkzeuge durchgeführt werden. Am häufigsten werden Fräser mit einem Einstellwinkel von 45 ͦ  verwendet. Aber auch Fräser mit runden Wendeplatten, Eckfräser und Scheibenfräser kommen unter bestimmten Bedingungen zum Einsatz.

Formfräsen

Unter Formfräsen wird das Fertigen oft komplizierter Oberflächenprofile verstanden. Konvexe und konkave Konturen werden dabei durch räumlich gesteuerten Vorschub auf mehrachsigen Fräsmaschinen hergestellt.
Für diese Bearbeitungsaufgabe werden meist Kugelschaftfräser oder ein Fräser mit runden Wendeschneidplatten verwendet.

Nutenfräsen

Lange, tiefe und vor allem offene Nuten können am effizientesten mit Scheibenfräsern hergestellt werden. Sie bieten die beste Stabilität und Produktivität für diese Art Fräsbearbeitung.
Soll ein Werkstück mit mehreren Nuten auf gleicher Ebene hergestellt werden können Scheibenfräser auch zu Sätzen montiert werden, die die Nuten gleichzeitig in einem Arbeitsschritt fertigen können.
Zur Herstellung kurzer und flacher aber besonders beim Fräsen geschlossener Nuten, Taschen und Keilnuten werden Schaftfräser eingesetzt. Sie sind die einzigen Werkzeuge, mit denen geschlossene Nuten gefertigt werden können, die gerade, gebogen oder schräg oder auch breiter als der Werkzeugdurchmesser sind.
Mit Walzenstirnfräsern werden häufig schwerere Nutenfräsbearbeitungen durchgeführt.