+++ Für Informationen zum aktuellen Versorgungsrisiko hier klicken +++

intakt. der Blog von Ludwig Meister

Sie sind hier: Unternehmen

Kategorien

Plagiate - Wie sichert Ludwig Meister, dass keine Plagiate gehandelt werden?

Lesedauer: 4 Minuten

Bildquelle: Aktion Plagiarius e.V. – Plagiarius-Trophäe

 

Am 25. April wurden die aktuellen Preisträger des Plagiarius 2022 von der Aktion Plagiarius e.V. ausgewählt – mittlerweile bereits zum 46. Mal. 

Dieser Negativpreis ist ein schwarzer Zwerg mit goldfarbener Nase. Diese steht für die sprichwörtlich “goldene Nase”, die sich Produktfälscher mit dreisten Kopien auf Kosten von Originalherstellern, seriösen Händlern und ihren Kunden verdienen wollen.  

Durch diese Verleihung möchte der Verein auf die mittlerweile milliardenschwere Produktpiraterie aufmerksam machen. In diesem Jahr geht ein Plagiarius auch an einen Fälscher eines Produkts der Firma Schaeffler, konkret einem INA-Axial-Schrägkugellager ZKLFA1563-2RS. Einen ausführlichen Bericht unseres Partners Schaeffler darüber können Sie hier lesen.

 

Dieser erneute Vorfall dreister Produktpiraterie war für uns Anlass in einem Interview zwischen Marie Becker, Auszubildende im 1. Lehrjahr bei Ludwig Meister und Christof Geißinger, Qualitätsmanagementsystembeauftragter bei Ludwig Meister zu erfragen, wie Ludwig Meister sich und damit unsere Kunden absichert keinen Plagiaten aufzusitzen.  

Marie Becker: Welche Möglichkeiten gibt es, Plagiate schon beim Wareneinkauf zu verhindern?   

Christof Geißinger: Die sicherste Möglichkeit, um Handel mit Plagiaten zu vermeiden ist und bleibt: Immer beim Hersteller selbst einzukaufen. 

Marie Becker: Kann man denn als Kunde Plagiate von Originalen unterscheiden? 

Christof Geißinger: Gute Plagiate sind selbst für Fachleute auf den ersten Blick praktisch kaum von den Originalen zu unterscheiden. Deshalb haben Hersteller wie Schaeffler eine App entwickelt, mit der man als Verbraucher den Barcode auf der Originalverpackung scannen und so die Ware auf Originalität prüfen kann.

 

Bildqulle: Schaeffler - OriginCheck

 

Anm. der Redaktion: Wir berichteten. (siehe untenstehende verwandte Artikel) 

Christof Geißinger: In der täglichen Praxis ist dies jedoch nicht immer ganz einfach. Das liegt daran, dass eine Vielzahl von Artikeln in Industrieverpackungen zu hunderten oder tausenden Stück verpackt sind. Bei der Kommissionierung wird dann ein einzelner Artikel solchen Original-Industrieverpackungen entnommen und umgepackt. Damit ist kein zu scannender Barcode mehr an der gelieferten Ware.

Marie Becker: Wendet Ludwig Meister spezielle Regeln an, um die Beschaffung und Auslieferung von Plagiaten zu vermeiden?  

Christof Geißinger: Ja, wir sehen es natürlich als unsere zentrale Aufgabe unseren Kunden ausschließlich Original-Produkte zu liefern. Ludwig Meister handelt deshalb prinzipiell wie folgt:  

  1. Bezugsquelle erster Wahl ist für Ludwig Meister immer der Original-Hersteller der Produkte.
  2. Alternative Bezugsquellen sind zertifizierte Vertragshändler, wie es Ludwig Meister bei vielen Herstellern selbst ist.

Natürlich gibt es aber zu jeder Regel auch Ausnahmen.  

Marie Becker: Welche Ausnahmen sind das?  

Christof Geißinger: Aufgrund von sehr speziellen Kundenanforderungen und/oder Produktart und Alter. Zum Beispiel,

  • wenn der Hersteller den Artikel aus dem Sortiment genommen hat;
  • wenn der Hersteller den Artikel nur noch in NEUER Ausführung bezüglich innerer Geometrie o. ä. produziert und der Kunde aber die ALTE Ausführung benötigt; 
  • wenn der Hersteller aufgrund von Produktionszyklen zu lange Lieferzeiten hat, um den SOLL-Liefertermin des Kunden zu erfüllen. 

In diesem Fall müssen wir – in Absprache mit dem Kunden – unsere Suche nach möglichen Bezugsquellen erweitern.

Marie Becker: Kommt es trotzdem vor, dass wir Plagiate geliefert bekommen?  

Christof Geißinger: Wissentlich haben wir bei uns zum Glück noch keinen Plagiatsfall gehabt. Wobei, wie zuvor erwähnt, das Erkennen eines Plagiats nur sehr schwer möglich ist. Unsere Kolleginnen und Kollegen im Bereich Warenannahme und Wareneingang sind diesem Thema gegenüber dennoch hochsensibilisiert. Damit wollen wir verhindern, dass fragwürdige Ware eingelagert und ohne weitere Kontrolle an den Kunden ausgeliefert wird.

Marie Becker: Was passiert, wenn Ludwig Meister Verdachtsfälle geliefert bekommt?   

Christof Geißinger: Tritt der Fall ein, dass fragwürdige Produkte bei uns eintreffen, wird diese Ware in einem ersten Schritt separiert. In der Folge wird mit dem Zulieferer Kontakt aufgenommen, um den Bestellweg zu eruieren. Daraufhin setzen wir uns mit dem Kunden in Verbindung und klären ab, wie weiter verfahren wird.

Marie Becker: Vielen Dank Herr Geißinger, für Ihre ausführlichen Antworten in Bezug auf Plagiate.

Christof Geißinger: Danke auch, dass ich über dieses hochsensible Thema aufklären durfte.   

 

Aktion Plagiarius e.V. 

Blog abonnieren

Verpassen Sie keinen Beitrag mehr! Folgen Sie uns auf Feedly
follow us in feedly
oder per E-Mail

Max und die SupplyChainHelden

Ihr Unternehmer Podcast. Interviews und Erkenntnisse von und mit Profis aus dem Bereich Supply Chain Management – ganz ohne Berater-Mission.

zum Podcast