Nilos-Ringe
Nilos-Ringe sind wegen ihres einfachen Aufbaus, ihrer geringen Bauhöhe und ihrer einfachen Montagemöglichkeit zu einem Wertbegriff für die einfache und raumsparende Abdichtung von fettgeschmierten Wälzlagern geworden.
Der minimale Raum für die Abdichtung ist bei allen Konstruktionen vorhanden, weswegen Nilos-Ringe meist auch nachträglich in bestehende Konstruktionen integriert werden können.
Die Dichtwirkung wird bei den Standardformen dadurch erzielt, dass die Dichtkante des Nilos-Ringes unter leichtem Druck an der Stirnfläche des abzudichtenden Wälzlagerringes anliegt und sich in den gehärteten Wälzlagerring einschleift. Nilos-Ringe sind in der Einlaufphase berührende Dichtungen. Erst durch das Einschleifen in den Lagerring entsteht nach einer gewissen Zeit eine berührungsfreie Spaltdichtung im µ- Bereich. Das dadurch gebildete feine Labyrinth verhindert sowohl das Austreten von Fett, als auch das Eindringen von Schmutz ins Lager.
Damit die für die Dichtwirkung erforderliche Labyrinthrille an der Stirnfläche des Wälzlagers entstehen kann, muss die Dichtkante des Nilos-Ringes genau konzentrisch laufen. Die Innen- bzw. Außenkanten der Spannfläche dürfen daher nicht auf oder in Gewindegängen, Gewindeausläufen, Einstichen oder Hohlräumen stehen.
Um beim ersten Anlaufen das Reibmoment zu reduzieren und ein Fressen des Nilos-Ringes zu vermeiden, muss die gekröpfte Dichtrille vor dem Einbau mit Fett gefüllt werden. Der eingelaufene Nilos-Ring bedarf dann keiner Wartung mehr.
Bauformen
Die Grundtypen
Die bewährten Abdichtelemente gibt es standardmäßig in den zwei Grundtypen:

Nilos-Ringe zum Abdichten Nilos-Ringe zum Abdichten
des äußeren Wälzlagerrings des inneren Wälzlagerrings
Diese beiden Nilos-Ring-Typen stellen die meistverwendeten Ausführungen dar.
Sie können bis zu einer Umfangsgeschwindigkeit von 6 m/s verwendet werden. Besteht die Möglichkeit des Einfahrens unterhalb von 6 m/s, in der sich die Dichtkante nach einiger Zeit eingeschliffen hat, können dann ohne Bedenken auch höhere Geschwindigkeiten gefahren werden.
Aufgrund der geringeren Umfangsgeschwindigkeiten am Innenring, sollte man bei der Konstruktion, wenn möglich, den am inneren Wälzlagerring dichtenden Nilos-Ring bevorzugen.
Nilos-Ringe für Wälzlager mit Dicht- oder Deckscheiben
Bei starkem Schmutzanfall oder bei Kondenswasserbildung besteht auch bei Lagern mit integrierter Dicht- oder Deckscheibe die Gefahr, dass Verunreinigungen ins Innere der Lager eindringen können und so einen verfrühten Ausfall der Lager verursachen. In diesen Fällen können auch diese Lagertypen als zusätzlichen Schutz mit Nilos-Ringen abgedichtet werden. In Zusammenarbeit mit der Wälzlagerindustrie wurden dafür Sonderformen von Nilos-Ringen entwickelt.
Sie haben anderen Abmessungen als die Standardtypen, damit die im Lager eingeklemmten Dicht- oder Deckscheiben durch den Nilos-Ring vollkommen eingekapselt werden.
So wird vor allem eine relativ schnelle Zerstörung der Dichtlippe in Lagern der RS-Ausführung sehr effektiv verhindert.

Nilos-Ringe zum Abdichten für Kegelrollenlager
Die Abmessungen der Dichtkanten von Nilos-Ringen für Kegelrollenlager sind infolge der unterschiedlichen Breite zwischen innerem und äußerem Lagerring wesentlich anders als bei den übrigen Ausführungen. Sie sind so bemessen, dass sie immer noch mit Sicherheit am Wälzlagerring zur Anlage kommen und so in jedem Falle eine sicher wirkende Abdichtung darstellen.

Eine zweifach außen dichtende Ausführung für Kegelrollenlager stellt der Nilos-Doppelring dar. Seine zweite Dichtkante dichtet dabei axial am Gehäuse.

Abdichten von winkelbeweglichen und axial verschiebbare Wälzlagern
Werden winkelbewegliche Wälzlager, wie, Pendelrollenlager und Toroidalrollenlager, einzig wegen ihrer hohen Tragfähigkeit in Konstruktionen vorgesehen, können diese Problemlos mit Nilos-Ringen abgedichtet werden.
Werden diese Lager allerdings wegen ihrer eigentlichen Zweckbestimmung, dem Ausgleich von Winkelfehlern, eingesetzt, ist der Nilos-Ring als Abdichtung ungeeignet.
Auch axial verschiebbare Wälzlager (z.B. Zylinderrollenlager) können nicht mit Nilos-Ringen der Standardausführung abgedichtet werden, wenn diese die Loslagerfunktion in einer Lagerung übernehmen.
Für diese Lager sollten ausschließlich Nilos LSTO Labyrinthdichtungen verwendet werden.
Diese Dichtungspakete sind fettgefüllte Labyrinthdichtungen aus Stahllamellen, die einbaufertig und gegen Axialdrücke unempfindlich sind. Die Abdichtungen arbeiten berührungsfrei und können axiale Bewegungen der Wälzlagerringe bis zu 0,3 mm folgen, ohne dass ein Verklemmen der Lamellen eintritt.
Nilos Labyrinthdichtungen sollten vor allem auch dann angewendet werden, wenn fettgeschmierte Lager ungewöhnlich starken Verschmutzungen ausgesetzt sind, z.B. bei Baumaschinen, landwirtschaftlichen Maschinen, Holzbearbeitungsmaschinen, Förderrollen usw.
Diese Abdichtelemente erfüllen annähernd die idealen Bedingungen einer Wälzlagerabdichtung, wobei Reibverluste und Lagererwärmung vernachlässigbar gering sind.

Die LST-L Labyrinthdichtung stellt eine Weiterentwicklung des Nilos LSTO dar. Die Ausführung mit einer zusätzlich eingebauten VITON®-Dichtscheibe ist für Lagerstellen bestimmt, die neben starken Verschmutzungen auch Flüssigkeiten ausgesetzt sind.
Diese Dichtungen erzielen eine noch höhere Dichtwirkung, die auch bei ständig anstehenden Flüssigkeiten beachtlich ist.
